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Alternative Heizungsmöglichkeiten – wie funktioniert eigentlich Fernwärme?

Rund drei Prozent der Gebäude in der Schweiz sind an einem Fernwärmenetz angeschlossen und besitzen somit eine externe Heizung. Wie Fernwärme genau funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt, haben wir für Sie nachstehend zusammengetragen.


Wie funktioniert Fernwärme?

Ein Fernwärme-Heiznetz ist gewissermassen eine riesige Zentralheizung, die ein doppelt geführtes, im Erdreich verlegtes und sehr gut isoliertes Rohrleitungssystem besitzt. Ein solches Netz wird von Abwärme gespeist, die in einer zentralen Anlage anfällt. Hierbei handelt es sich meistens um Kehrichtverbrennungsanlagen, grosse Holzschnitzelfeuerungen oder eine andere Industrieanlage. Doch auch mit blossem Seewasser kann Wärme für die Heizung erzeugt werden. An diesem Heiznetz sind nun die einzelnen Gebäude angeschlossen. Die Grösse dieser Netze variiert von wenigen Gebäuden bis zu ganzen Quartieren. Um das ganze Jahr über ein konstantes Energiemanagement zu gewährleisten, sind diese zum Teil auch miteinander verbunden. Ein Einfamilienhaus, das an ein Fernwärmenetz angeschlossen ist, benötigt deshalb weder Heizung noch Brennstofflager, da die im Erdreich verlegten Rohrleitungen sehr heisses Wasser (zwischen 60 und 135 °C) direkt zum Gebäude führen.


Wärme aus Seewasser

Am Zürisee gibt es seit Ende 2012 an der Promenade in Horgen ein Beispiel für die Gewinnung von Fernwärme aus blossem Seewasser. Dort profitieren 131 Haushalte sowie verschiedenste Gewerbetreibende von CO2-neutral produzierter Wärme. Für die Deckung des gesamten Wärmebedarfs dienen Wärmepumpen, deren Wärmequelle das Seewasser darstellt. Die Wärmepumpen erzeugen die Energie für die Warmwasser-Aufbereitung, die Komfortwärme sowie für die Lüftung und die Klimatisierung. Die Wärmegewinnung aus Seewasser erfolgt in der Regel mit einem Anschluss an das Seewasserwerk des regionalen Zweckverbands.



Wann lohnt sich ein Umstieg auf eine Gebäudeheizung mit Fernwärme?


Folgende Punkte sind für eine erste Orientierung hilfreich:

  • Die Heizung sollte mit der Energieplanung des Gebietes im Einklang stehen.
  • Schadstoff verursachende und/oder CO2-emittierende Installationen (Heizöl, Gas, Elektroheizung, Holz) sollten ersetzt werden.
  • Möglichkeit für einen Energiegewinn für das gesamte Netz.
  • Sie sollte, wenn möglich, anfallende Abwärme aufwerten (Kehrichtverbrennungsanlage, Industrieabwärme).
  • Das anzuschliessende Gebäude steht in einem dicht besiedelten Gebiet.
  • Die Rohrleitungen sind gut isoliert und die Umwälzpumpen weisen einen sehr guten Wirkungsgrad auf.

Natürlich beraten wir Sie auch gerne zum Thema Fernwärme und Heizung.